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Goldfische - ...auf ein offenes Wort

Goldfische - ...auf ein offenes Wort
Vorab

Wenn man in der Teichsaison durch Gartencenter und Zoofachmärkte stromert, landet man ganz automatisch in der "Teichabteilung". Hier werden Goldfische aller möglichen Größen, Farbschlägen und Zuchtformen angeboten. Die "Ware" Fisch wird auch schon angepriesen mit "Goldfische - nimm 3 zahl 2" oder "Goldfische ab -,99". So mancher kommt da auf eigenartige Ideen und die Tiere zahlen dafür die Zeche.
Ein artgerechtes Goldfischheim ist KEIN Loch im Boden das mit Wasser gefüllt ist und auch kein 54L-Standartbecken. Es gibt eine Vielzahl guter Bücher über die artgerechte Haltung von Goldfischen, um so unverständlicher ist es, dass Goldfische immer noch als "minderwertig" angesehen werden und als "Stiefkind" ein oft fragwürdiges Dahsein fristen müssen. Sie haben besseres verdient und ich hoffe ich kann mit diesem kleinen Blog die Neugierde auf mehr wecken...

Der Goldfisch ( Carassius auratus auratus)

Der Goldfisch zählt (neben dem Kampffisch und dem Koi) zu den ältesten Zierfischen überhaupt. Er ist eine Zuchtform der Silberkarausche (Carassius auratus gibelio) alias Giebel. Was in Japan der Koi, war im alten China der Goldfisch. Er wurde in Teichen und speziellen Porzellangefäßen - aus dem die Idee des Goldfischglases abgeleitet wurde- gehalten. Bestimmte Farbschläge waren allein dem Kaiser vorbehalten und es war dem "kleinen Mann" bei Todesstrafe untersagt solche Tiere zu halten. Hieran sieht man schon den damaligen Stellenwert dieses Pfleglings im Gegensatz zur heutigen "Massenware" für "jede Pfütze".

Generelles zur Haltung - Mindestanforderungen

Eines gleich zu Beginn, die Haltung in Goldfischgläsern ist in Deutschland Gott sei Dank verboten. Leider sind jedoch Speiskübel und Regentonnen als Teichersatz an dessen Stelle gerückt. Die Haltung in solchen Behältnissen ist meiner Meinung nach schlicht genauso tierschutzwidrig. Einmal abgesehen vom zu geringen Wasservolumen wird meist weder Filter noch Membranluftpumpe bereitgestellt von einer Einrichtung mal ganz absehen. Meist kommt eine Schwimmpflanze obendrauf und fertig ist der Miniteich...und wenn der Fisch tot ist...macht nix...die kosten doch nur Cents (man möchte es nicht glauben, aber genau diesen Sachverhalt habe ich mehrfach live erlebt und trotz solcher Gespräche, wurde vom Verkäufer ein neuer Fisch ausgehändigt - ein Unding!!) Die Haltung von Goldfischen in Terrassen- oder Kleinteichen ist ab einem Volumen von mind. 500 Litern (nur als Sommerresidenz!) möglich aber dann an einige Bedingungen geknüpft. Neben einem frostsicheren Winterquartier, muss für ausreichende Filterung, Sauerstoffversorgung und Beschattung gesorgt werden. Goldfische sind sehr interessante AQ-Fische und gg. die dauerhafte Haltung in AQ ist nichts einzuwenden. Jedoch sollte das Becken mindesten eine Kantenlänge von 150 cm aufweisen denn aus den "niedlichen kleinen Fischchen" werden bald stattliche Brocken von bis zu 30 cm Körperlänge! Sind Goldfische im Gartenteich geplant und sollen auch in diesem überwintern, so muss der Teich ein Mindestvolumen von 2.500 - 3.000 Litern haben und mindestens 80 cm tief sein. Auch hier muss für ausreichende Filterung und Sauerstoffversorgung gesorgt werden (im Winter Eisfreihalter!)

Zuchtformen und "seltsame Blüten"

Goldfische gibt es in allen möglichen Zuchtformen und Farbschlägen. Am Rande erwähnt sei die Tatsache, dass ein Goldfisch während seines Lebens die Farbe bisweilen mehrfach wechseln kann. Bei der Wahl der Fische sollte man beachten, dass die Tiere so gestaltet sind, dass sie in Verhalten, Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeit nicht eingeschränkt sind. Schleierschwänze (mit doppelter Schwanzflosse), Löwenköpfe, Himmelsgucker, Eierfische etc. sind meiner Meinung nach wg. Ihrer angezüchteten "Verkrüppelungen" -sorry für die offenen Worte, aber genau das ist es - aus Tierschutzgründen (Stichwort: Qualzuchten) abzulehnen. Ich weiss diese Äußerung ist unpopulär und macht mich bei hartnäckigen Verfechtern von Oranda & Co. unbeliebt, aber damit kann ich gut leben. Hier hat der züchterische "Geschmack" zu seltsame Blüten getrieben. Dennoch steht dem interessierten Goldfischfreund ein bunter "Strauss" an Rassen zur Verfügung wie z.B. der Komet, der mit seiner verlängerten Schwanzflosse "Schleierschwanzoptik" hat, aber nicht beim Schwimmen durch sie behindert wird. Farbmäßig stehen weiß, rot, gelb, schwarz, blaugrau und auch mehrfarbige Rassen auf der Palette, so das einem "bunten" Treiben im heimischen Teich oder AQ nichts im Wege steht.

Sinnesorgane

Goldfische erfassen mit Ihren Augen einen weiten Radius, aber das Auge hat eine geringe "Brennweite". Mann kennt diesen Effekt aus der Fotographie von der Fischaugenoptik. Futter und Farben werden in Nahebereich gut erkannt. Bei klarem Wasser sind Freund und Feind für den Fisch leichter unterscheidbar. Ich habe festgestellt, dass meine Goldfische sogar zwischen Pfleger und anderen Personen unterscheiden.
Wie auch alle anderen Fische, so besitzen Goldfische zwar keine sichtbaren Ohren, hören jedoch ausgezeichnet. Als Verstärker dient dabei die Schwimmblase. Das Seitenlinienorgan übernimmt eine wichtige Rolle zur Orientierung im Schwarm und/oder im trüben Wasser oder bei Dunkelheit. Durch diese von Kopf bis Schwanzwurzel verlaufenden unzähligen kleinen Öffnungen werden u.a. Zusammenstöße im Schwarm oder mit Gegeständen vermieden.

Thema Neugierde

Goldfische werden gerne als tumb und langweilig beschrieben - das Gegenteil ist der Fall! Neben einem breiten Verhaltensrepertoire sind Goldfische vor allem eines - neugierig! Nein, das ist kein Witz...
Fühlen sich Goldfische sicher und wohl, wird alles in Ihrer Umgebung (auch am Teichrand!) untersucht und begutachtet (ich habe stets Zuschauer bei der Gartenarbeit). Die Niergierde geht sogar so weit, das die Tiere mir bei Teichpflegearbeiten zwischen die Hände schwimmen (Nach dem Motto: " Was machst du da???") und weggeschubst werden müssen. Durch diese angeborene Neugier ist es leicht möglich Goldfische an das Füttern aus der Hand zu gewöhnen.

Ein Goldfisch kommt selten allein

Goldfische sind zwar nur indirekt Schwarmfische (also keine Mindestanzahl von 10 notwendig) fühlen Sie aber in Gesellschaft erst wohl und können nur dann Ihr Verhalten artgerecht ausleben.

Richtige Ernährung

Schlechtes Essen macht krank! Das ist nicht nur bei Menschen so... Bitte Hände weg von opskurem Billigfutter in Discountern, Baumärkten oder von No-name-Herstellern. Das ruiniert nicht nur auf Dauer die Wasserwerte, sondern auch die Gesundheit der Fische.
Goldfische ernähren natürlicherweise von pflanzlichen und tierischen (Insekten, deren Larven, Krebstiere, usw.) Komponenten (Bitte kein geschabtes Rinderherz!). Es gibt eine große Auswahl namhafter Hersteller die Futter für Goldfische anbieten. Sei es nun als Flocke, Pellet oder Granulat. Gerne werden auch getrocknete Bachflohkrebse gefressen und was für Koi gut ist schmeckt auch dem Goldfisch. Will sagen, auch hochwertiges Koifutter kann gegeben werden. Hält man die Tiere im AQ, haben sie keinen natürlichen Zugang zu Lebendfutter. Hier leisten Lebensfutter wie Mückenlarven, Wasserflöhe und Enchytraeen gute Dienste (auch als Frostvariente). Rote Mückenlarven und Tubifex sollten wg. der Belastung dieser Futtermittel nicht gefüttert werden. Enchyträeen nur als Leckerbissen, sonst hat man als bald "kleine Mastferkel".

Wo sich Goldfische wohlfühlen

Unabhängig von einer guten Filterung und Sauerstoffversorgung habe ich zu Beginn des Blogs ja schon kurz die Mindestgrößenanforderung bei der Hälterung angeschnitten. Hier sei noch etwas zu den Wasserwerten und der Einrichtung gesagt. Bei der Hälterung im AQ und Terrassenteich (=Freiluft-AQ) sind wöchentliche Teilwasserwechsel zwingend erforderlich. Denn mit der Temperatur steigt auch die Verdauung der Goldfische. Grundsätzlich sind die Tiere zwar sehr anpassungsfähig, was die Wasserwerte angeht, aber Nitrit und Ammoniak haben im Hälterungswasser nichts zu suchen und sind tödlich. KH und GH sollten nie unter 6 sinken und der PH sollte nicht unter 7 sinken und die 8 nicht überschreiten. Ab Wassertemperaturen von über 27 Grad drohen Sauerstoffmangel und Überhitzung. Goldfische lieben klares Wasser mit reichlich Pflanzenwuchs zum verstecken. Trotzdem muss genügend Schwimmraum zur Verfügungstehen. Im AQ ist deshalb auf eine entsprechende Strukturierung zu achten. Wasserpflanzen müssen vor dem "ausbuddeln" geschützt werden, denn Goldfische gründeln als "Karpfenähnliche" gern. Ab einer Wassertemperatur von 10 Grad wird die Fütterung und die Teichfilterung eingestellt. Nur die Membranluftpumpe läuft dann weiter. Leben Goldfische ständig im Aquarium ist eine winterliche Temperaturabsenkung nur dann notwendig, wenn man züchten möchte. Andernfalls fühlen sie die Tiere im ungeheizten Becken auch bei 20-23 Grad dauerhaft wohl.

Zum Abschluß eine Bitte:

Es gibt gute Literatur zum Thema Goldfische und geeignete "Mitfische" zur Vergesellschaftshaltung. Hier wird detailiert das Thema artgerechte Goldfischhaltung erörtert. Wenn ihr Goldfische halten möchtet - lest Euch ein - der Fische wegen! Goldfische sind viel zu tolle Pfleglinge um "stiefmütterlich" als Dekoration behandelt zur werden. Außerdem -wie jedes andere Tier- leiden auch Goldfische unter schlechter Behandlung. Goldfische können bei guter Haltung locker über 20 Jahre alt werden und eine Beziehung zum Pfleger aufbauen. Ich weiss von was ich rede, denn mein ältester Goldfisch ist nun 22 Jahre bei mir und so zahm, dass er aus der Hand frißt und sich unter Wasser berühren läßt. Kurz Goldfische zu pflegen ist eine langfristige aber sehr lohnende Sache und sie verdienen die volle Aufmerksamkeit Ihres Pflegers.
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